Im Jahr 1953 fanden sich einige Bürger der beiden selbständigen Gemeinden Jork und Borstel zusammen und gründeten denSchützenverein Jork-Borstel e. V.. Am
Gründungstag schrieben sich 60 Mitglieder ein. Das Gemeinschaftsleben um den Schießsport sollte im Vordergrund stehen. Ein Verein für Jung und Alt.
Zum ersten Vorsitzenden des Vereins wurde am Gründungstag, Dienstag, 13.01.1953, Dr. Rudolf Reinecke gewählt. Vereinslokal wurde der “Schützenhof Gebr.
Wehrt” in Jork. Den benötigten Schießstand stellte die Familie Wehrt zur Verfügung.
Auf der ersten Generalversammlung am 20. März 1953 wurden sieben weitere Mitglieder in den Vorstand gewählt. Der Jahresbeitrag wurde auf 12,00 DM
festgesetzt.
Das erste Schützenfest feierte man vom 01. - 03.08.1953.
Unter Einbeziehung der gesamten Bevölkerung wurde das Fest ein voller Erfolg. Hier wurde auch erstmals der Jorker Schützenmarsch, komponiert vom
Schützenbruder Hans Feindt, gespielt. Beim ersten Schützenfest wurde bereits die Hänseltour ins Leben gerufen. Dort sollten gute und schlechte Taten vorgebracht
und gegebenenfalls mit Strafe belegt werden, um Streitereien, die übers Jahr entstanden waren, aus dem Weg zu räumen.
Auf Initiative der Schützenbrüder Hans Feindt und Heinz Moje wurde im Jahr 1953 der Fanfarenzug gegründet. Später entstand hieraus der Musikzug Jork.
1954 entschloss man sich , auch die Kinder am Schützenfest zu beteiligen und veranstaltete erstmals ein Kinderschützenfest mit Proklamation von Kinderkönigin und
Kinderkönig.
Von 1955 bis 1961 gab es die sogenannte Ochsentour. Entstanden ist diese Tour durch eine Zusage des Schützenbruders Peter Carstens, der beim Schützenfest
versprochen hatte, einen Ochsen zu stiften, wenn er Schützenkönig werden sollte; er wurde es.
In einem kleinen Umzug führte dann der Gemeindedirektor Kurt Kleinert den mit Blumen geschmückten Ochsen von Osterjork zum “Schützenhof” in Jork. Dort wurde
der Ochse bis zum Königsball im Stall von Vereinswirt Wilhelm Wehrt untergebracht.
Fortan zogen die Schützen, gekleidet mit Uniform und Zylinderhut, mit einem Ochsen durch den Ort, der für das Königsessen bestimmt war.
Besonders zu erwähnen wäre noch eine Begebenheit aus dem Jahr 1960. Beim Wiegen brachte der Ochse 800 Pfund auf die Waage, doch er war im Nachteil gegen
über dem “Ochsenführer” Erich Köster, “Bremser” Hans Schacht und Peter Carstens und “Nachhüter” Hans Lefers. Diese brachten zusammen ein Gewicht von 840
Pfund auf die Waage.
Unter Vorsitz des Jorker Vorsitzenden trafen sich am 31.05.1954 Vertreter der Vereine aus Steinkirchen, Estebrügge und Ladekop und hoben das Altländer
Pokalschießen aus der Taufe. 1955 wurde der erste reguläre Wettkampf durchgeführt - Gewinner war der Schützenverein Jork-Borstel e. V.. 1959 kam Neuenfelde,
1969 auch Hollern-Twielenfleth dazu. Später beschlossen die Altländer Könige den “König aller Könige” mit einem Schuss auf eine Bildscheibe zu ermitteln. 1975
wurde die Veranstaltung um Damenmannschaften, 1979 um Altersmannschaften erweitert.
1957 nahmen die ersten Schützen an der Winterrunde teil, dies waren u.a. Dr. Günther Vollmer, Kurt Kleinert, Hans Gehret, Hinrich Steinmetz, Cord Michelsen,
Claus Eckhoff und Lothar Lehr.
In den Folgejahren stieg die Zahl der Mannschaften kontinuierlich und mit großen Erfolgen an.
Die Damenabteilung des Schützenvereins Jork-Borstel e. V. wurde Anfang des Winters 1960 gegründet. Es fanden sich in diesem Winter acht junge Frauen auf dem
kleinen Saal im “Schützenhof Gebr. Wehrt” ein, um das Schießen mit dem Luftgewehr zu erlernen. Beim Schützenfest 1961 wurde Hanna Fick als erste Beste Dame
proklamiert.
Annkathrin Schleßelmann, Hanna Fick, Grete Lehr, Elfriede Matthies, Gisela Steinhauer, Bärbel Laabsch, Margret Schacht
und Käthe Wehrt fanden in dem Schützenbruder Hinrich Steinmetz einen geduldigen und versierten Schützen und konnten
bereits im Jahr 1962 erstmalig an Rundenwettkämpfen und an der Bezirksmeisterschaft mit sehr guten Ergebnissen teilnehmen.
Heute unvorstellbar, aber zu damaliger Zeit war jede Damenmannschaft in Begleitung eines Schützenbruders, denn die Aus-
wertung der Schießscheiben traute man den Damen nicht zu. Die Zahl der aktiven Schützenschwestern stieg stetig. Aus diesem
Grund wurde 1966 Hanna Schleßelmann zur ersten Leiterin der Damenabteilung gewählt. Im Jahr 1985 feierten die Damen das
25jährige Jubiläum der Abteilung.
Eine weitere Abteilung entstand 1964, das Gründungsjahr der Jungschützenabteilung. Erster Jungschützenkönig im Jahr 1965 wurde Eckhard Seebohm. Ihr erstes
eigenes Jungschützenfest feierten die Jungschützen am 21. Mai 1966 zusammen mit dem “Jorker Krammarkt”. Die Abteilung bestand zu dieser Zeit aus 80 sehr
aktiven Jungschützen und wurde von Schützenbruder Helmut Utermark geleitet.
1965 - Groß war die Freude bei Richard Sumfleth, Neuenschleuse,
als er zum 13. König des Vereins proklamiert wurde. Als äußerliches
Zeichen der Königswürde ließ er eine große Krone aus Kupferblech
fertigen, die künftig das Haus eines jeden Königs schmücken sollte
- was auch heute noch so ist.
Im Laufe der Jahrzehnte verschiebt sich der Termin des Schützenfestwochenendes von Anfang auf Ende August, an dem auch jetzt noch unser Schützenfest
stattfindet.
Da sich die Mannen um Heinz Moje zu einem vollwertigen Musikzug weiterentwickelt hatten, wurde 1970 ein Jung-Fanfarenzug gegründet.
1977 - ein wichtiges Datum für den Verein. Es konnte nicht nur das 25. Schützenfest gefeiert werden, nein, zu diesem Anlass wurde auch der Neubau des
Schießstandes fertig gestellt. Beides wurde mit einem zusätzlichen Schützenfesttag und einem Festakt in der “Altländer Festhalle” gefeiert. Eine Ausstellung in den
Räumen der “Altländer Sparkasse” mit Orden, Würdenträgerketten, Bildscheiben, Waffen, Instrumenten und Fotos rundeten das Jubiläumsfest ab und zeigten einen
Querschnitt des Jork-Borsteler Schützenlebens. Mitgliederstand 493.
In den Jahren 1977, 1979, 1990 und 1997 nahmen Schützenschwestern und -brüder an der Steubenparade in New York teil. Der sechstägige Aufenthalt 1977
kostete pro Person ca. 1.500 DM, ohne Taschengeld.
Im Mai 1978 wurde der neue Schießstand mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Schützen konnten Stolz auf 220.000 DM erbrachte
Eigenmittel und 7.000 geleistete Arbeitsstunden verweisen. Es sind 10 Luftgewehrstände und 11 Stände Kleinkaliber 50 m vorhanden. Geschossen werden kann mit
dem Luftgewehr, Luftpistole, Lasergewehr, Kleinkalibergewehr sowie Zimmerstutzen.
Trotz erbrachter Eigenmittel und Arbeitsstunden war noch ein Kredit für den Schießstandneubau notwendig. Um den Schuldenberg zu reduzieren , wurde auf
Initiative der damaligen Damenleiterin Hanna Schleßelmann 1978 ein Flohmarkt organisiert. Mit Trödel und Hausrat von Höfen sowie mit Kuchenbuffet und Musik
wurde solch ein Auflauf während der Blüte in Jork verursacht, dass die Polizei die Ortsmitte zeitweise sperren musste - ein Riesenerfolg, so dass am gleichen Abend
beim Kassensturz beschlossen wurde, den Flohmarkt im Mai des kommenden Jahres zu wiederholen. Auf diese Weise wurden die Verbindlichkeiten in wenigen
Jahren getilgt. Ebenso erfolgreich wurde in diesen Jahren der “Tanz in den Mai” veranstaltet.
Das 25jährige Jubiläum des Musikzuges wurde 1979 gefeiert.Die Leitung des Zuges hatte seit
Gründung Heinz Moje.1981 wurden beim Kinderschützenfest neben Kinderkönigin und Kinder-
könig erstmals Prinzessin und Prinz proklamiert und die Damenabteilung erregte die Gemüter
der Jorker Bevölkerung, da sie während der Hänseltour in Pyjamas durch den Ort zog.
Mit einem Bunten Abend im Schießstand feierte die Jungschützenabteilung 1989 das 25jährige Jubiläum. Bei einem Umzug wurde am nächsten Tag die neue Fahne
der Jungschützenabteilung der Bevölkerung vorgestellt. Am Abend waren alle Bürger zu einem Festball im “Schützenhof” eingeladen.
Im Jahr 1993 wurden auf der Jahreshauptversammlung Umbaumaßnahmen des Schießstandes beschlossen und dann auch durchgeführt. Zum Schützenfest sowie
zum Niederelbischen Bezirksschießen 1994 in Jork waren alle Arbeiten abgeschlossen.
Das Jahr 2000 - große Party für Vereinsmitglieder im Schießstand, denn die Damenabteilung feierte das 40jährige Bestehen. Befreundete Vereine waren zum
Pokalschießen eingeladen.
Das 50. Schützenfest feierte unser Verein in Jahr 2002 mit einem spaßigen Kommersabend in der “Jorker Festhalle”. Am Sonntag fanden sich auswärtige Vereine zu
einem Jubiläums-Sternmarsch ein.
Dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung tragend wurde beschlossen, dass Schützenfest nur noch an zwei Tagen stattfinden zu lassen. 2009 wurde erstmals an
zwei Tagen gefeiert, was auf eine gute Resonanz stieß. Neue Wege müssen auch in der Zukunft begangen werden, um das Schützenwesen weiterhin attraktiv und
interessant zu gestalten.
Das fünfzigjährige Jubiläum Damenabteilung wurde am 10. und 11. September 2010 mit zwei fröhlichen Veranstaltungen auf dem Schießstand gefeiert.